Ist so. Viele Menschen, die sich um eine SEO-Agentur oder einen SEO-Fachmann bemühen, möchten gerne viel Leistung für wenig Geld. Man will jemanden, der das Geschäft nach vorne bringt – nur zu viel kosten darf er nicht.
Auf Facebook findet man tolle Werbeanzeigen. Da ist eine Schaltung “Online Marketing Manager gesucht bei …” oder “Du liebst Spiele? Wir suchen dich als SEO/SEM Account Manager ab sofort.” oder ähnliche Anzeigen.
Oder Stellenanzeigen wie „wir suchen jemanden, der sein Gehalt mehrfach wieder reinspielt“.
Legitim. Doch ist der Auftraggeber bereit, ein korrektes Gehalt auch erst einmal bereitzustellen, Geld für notwendige Maßnahmen in die Hand zu nehmen und einige Wochen und Monate zu investieren, bevor sich Ergebnisse überhaupt erst einmal zeigen können?
Die üblichen Angebote hinter den Stellenanzeigen
Klickt man dann einmal auf eine dieser Stellenanzeigen landet man bei jungen und alten Firmen. Klein und groß. Im Bereich Spiele, Verkauf, Agenturen oder manchmal auch Firmen. Schaut man sich dann einmal die Stellenbeschreibung näher an, kommt schnell mehr Licht ins Dunkel der vagen Facebook Werbeanzeigen.
Manche Firmen suchen wirklich nur Einsteiger, da sie selbst Startups sind. Es gibt aber auch Firmen, die ein Anforderungsprofil stellen, was schon einiges an Erfahrung und Können beim Bewerber voraussetzt.
Und idealerweise nachweisbare Erfolge, will man sich wirklich um die Stelle bemühen. Ordentliches SEO ist eine Langzeitaufgabe in einem stark expandierenden Markt mit wachsender Nachfrage. Und gerade heute, wo die Grundlagen praktisch allgemein bekannt und nichts besonderes mehr sind, ist es wichtig zu wissen, was funktioniert.
Wirklich gute Kräfte einzukaufen kostet, dementsprechend sollte ein vernünftiges Gehalt gezahlt werden, um als Firma interessant zu sein. Wir reden hier nicht von ein paar Mark für einmalige Maßnahmen und auch nicht vom Gehalt für einen Werkstudenten oder ähnliches. Wer Hungerlohn zahlt, kann kein Fünf-Gänge-Menü erwarten.
Ernüchterung²
Fragt man aber noch oder sucht auf der Seite, was die Firmen denn zu zahlen bereit sind (wenn ein Rahmen vorgegeben wird), tritt rasend schnell Ernüchterung ein; da werden Gehälter angeboten, die zwischen 2.200 bis 3.000 Euro monatlich liegen.
Das war vor zehn Jahren schon nicht mehr angemessen und ist es heute erst recht nicht mehr.
Für einen Junior-SEO-Manager mag das ja noch passend sein. Vielleicht. Aber wenn eine Firma einen Experten sucht, dann passt der Schuh nicht.
Oder fragen wir doch mal den Personaler oder den Firmenchef, was sie verdienen. Sie sind ja sicherlich auch Experten in ihrem Bereich. Würden sie für das Geld arbeiten, was selbst geboten wird?
SEO bringt Geld
Deswegen betreibt man Suchmaschinenoptimierung. Nur sind viele Arbeitgeber oder Auftraggeber Missverständnissen ausgesetzt, da sie SEO-Arbeit häufig nicht direkt greifen können.
Die meisten KPIs sind dabei übrigens auch vollkommen nutzlos.
Gute KPIs wären z. B. Sichtbarkeitsindex (oder vergleichbares), Anzahl an Backlinks von einzigartigen Domains, Traffic. Konversionsrate ist ebenfalls eine gute Metrik, aber das geht in User Experience, Design und Splittesting/Multivariate Testing.
Viele andere Metriken sind für die Katz.
Wenn Werbeanzeigen geschaltet werden, kann man allerdings sehr gute KPIs nutzen, da man hier Konversion, Klickrate, Cost per Click und noch ein paar andere Faktoren gut messen und vergleichen kann.
Aber das ist dann Search Engine Marketing (SEM) und das zeigt uns jetzt einen weiteren wichtigen Bereich:
SEO ist umfangreich und beinhaltet verschiedene Teilgebiete. In jedem Teilgebiet kann man sich zum Fachmann mausern, aber erwarten sollte man es nicht.
Besonders nicht für ein Gehalt von unter 3.000€.
Ein erfahrener SEO wird an der aktuellen Webseite oder Strategie bereits viele Ansatzpunkte für Verbesserungen finden. Und man kann also alleine damit eine Stelle ausfüllen.
Ich habe nur ein Budget für einen Inhouse SEO
Manche Firmen haben kein Budget, eine Agentur zu beauftragen. Denn eine Agentur ist häufig teurer.
Ist auch kein Wunder: es müssen alle Personalkosten selber getragen werden und eine ganz wichtige Sache gibt es: SEO-Software.
Agenturen haben ihren Werkzeugkoffer an SEO-Software. Und der kann teuer werden.
Mindestens eines dieser Werkzeuge sollte eingesetzt werden:
- ahrefs
- metrics.tools
- moz
- PageRangers
- Semrush
- SISTRIX
- XOVI
Und das ist nur Software im Bereich SEO.
Wenn da noch Anzeigenschaltung dazu kommt oder UX oder Newslettermarketing oder Design (ganz andere Baustelle) oder Social Media, dann kommen für jeden Bereich noch einmal neue Programme hinzu. Und das kostet Geld.
Heißt aber auch: für einen angestellten SEO-Fachmann muss man die passende Software anschaffen. Das sind – je nach Werkzeug – zwischen 100 – 800 € monatlich extra. Und mehr, wenn noch andere Bereiche mit abgedeckt werden sollen.
Worin soll dein Experte Experte sein?
Also was suchst du? Einen SEO-Experten? Einen SEM-Experten? Einen Design-Experten? Einen Allrounder?
Nicht für 3.000,- € im Monat.
Ein angestellter SEO-Fachmann hat Vorteile:
- er arbeitet exklusiv für dich
- er kann sich voll auf deine Firma konzentrieren
- er kann alles schneller und direkter absprechen und angehen
- er muss sich Branchensoftware nicht selbst kaufen, weil du ihm die bereit stellst (ja, das tust du)
- er muss seine Fortbildungen nicht mehr selbst zahlen, weil du ihn auf Veranstaltungen und Konferenzen schickst (nützlich bei den wenigen guten Fortbildungen)
Du hast also Vorteile und er hat Vorteile.
Aber bitte bezahl so jemanden gut. Denn du bist nicht der einzige mögliche Arbeitgeber. Und gute Leute verdienen gutes Geld.
Jedenfalls mehr als 3.000,- € im Monat.